FILME

 

BLIND DATE / Premiere am 5. Dezember 2019 Kino UTOPIA / Wasserburg

BRD 2019 REGIE PETER LUDWIG DARSTELLER SUSAN HECKER, HILMAR HENJES, SOPHIA SACHER, HANS PETER CLOOS, KATI VINCZE, LUKAS THOMAS, FRAUKE LIESENBORGHS, ULRICH AVENARIUS, JORINDE AVENARIUS, BEATE MORBACH, RETO FEURER, ADA AVENARIUS, ANTONIA GOTTWALD, DORIS THOMAS, JILL McCLANAHAN, KARIN POLZER, HERMANN POLZER KAMERA PETER LUDWIG MUSIK  PETER LUDWIG AB 16 JAHRE LÄNGE 92 MIN.

Madam F. biete Dienstleitungen besonderer Art an. Und ist überhaupt sehr erfinderisch, denn die Nachfrage übersteigt das Angebot und die Kunden haben immer speziellere Wünsche. Den Mitarbeitern läuft schon mal was aus dem Ruder, und der mithelfende Nachwuchs will motiviert sein. Feinstes Handwerk  ist da gefragt. Die Regeln ihres Gewerbes sind hart und eindeutig, aber es häufen sich die Ausnahmen. Das Menschliche als Sollbruchstelle. Kauzig-charmant lässt Peter Ludwig in diesem Heimatfilm, der in schwarz weiss gedreht ist und wie ein veritabler Film Noir daherkommt, seine Figuren über die Grenze gleiten. Und das souveräne Ende ist zum Sterben schön.

OVB / Kritik

Mord als Dienstleistung

Wasserburg – Peter Ludwig thematisiert in seinem neuen Film die Verwerfungen in einer Gesellschaft ohne Moral und Ethik. In „Blind Date“ verabreden sich Täter und Opfer. Die Tötung wird dabei zur Dienstleistung, so als hätte man einen Friseurtermin. Entstanden ist ein düsteres Werk surrealer Filmkunst mit tollen Schauspielern und bemerkenswerter Bildsprache.

Eigentlich ist Peter Ludwig Pianist, Komponist und Arrangeur. Darüber hinaus ist der Musiker aber auch in den Sparten Film und Fotografie sehr aktiv. Ludwig hat bereits mehrere abendfüllende Filme gedreht, zu kulturellen oder auch zeitgeschichtlichen Themen. Sein neuer Spielfilm „Blind Date“ konfrontiert mit einem Phänomen, das man eher in einer Endzeitgesellschaft verorten würde, nämlich die Verabredung von Täter und Opfer zum Mord. Aber auch die jüngere Kriminalgeschichte kennt ähnliche Fälle, wenngleich nur über die Extreme ausführlich in den Medien berichtet wurde. Als Beispiele seien die Kannibalenmorde von Rothenburg und Leipzig erwähnt, wo der Täter- und Opferwunsch der Tötung jeweils nachgewiesen werden konnte.

In „Blind Date“ bringt Madame Fossoyeur die Akteure zusammen, gegen Honorar versteht sich. Sie ist die Vermittlerin des Todes und organisiert die Befriedigung von Mordlust und Todessehnsucht. Dabei wirkt die Agenturchefin sympathisch, eloquent, verständnisvoll. Sie scheint ihr Handwerk zu verstehen. Sie steigt auf in dieser behördlich genehmigten „Mörder-GmbH“ in einer seelenlosen, sinnentleerten Zeit. Die Art der Tötung ist frei wählbar, Erhängen, Ertränken oder auch Erwürgen, von Angesicht zu Angesicht oder mit Überraschungseffekt. Doch auch hier steckt wie so oft der Teufel im Detail. Ist der fürs Erhängen vorgesehene Strick nämlich zu kurz, muss eine saubere, unblutige Alternative her. Doch mit jeder Minute Verzögerung wurde die Angst des Opfers überdeutlich. Die Ausführung selbst ersparte Filmemacher Ludwig dem Publikum, was die Spannung noch mehr steigerte. Die Kameraführung tauchte ab ins Dunkel. Dennoch wusste der Zuschauer genau, was hinter der verschlossenen Tür passierte. Dazu passten auch die teils skurrilen Dialoge, schwarzhumorig und unterhaltsam. So verabschiedete sich ein Kunde, als die Wirkung des Giftes eintrat mit einem herzlichen „Auf Wiedersehen“, worauf die Täterin abgeklärt entgegnete: „Gerne, wenn alles schiefgeht.“

Susan Hecker spielte Madame Fossoyeur, die freundliche Organisatorin des Todes. Ihr zur Seite stand Auftragsmörder Oliver Schnitt, dargestellt von Hilmar Henjes. Er stellte sein Morden in Frage, allerdings nicht wegen der Moral, sondern eher wegen der Langeweile. Mit dem Stuttgarter Schauspieler und Regisseur Hans Peter Cloos in der Rolle eines ungeschickten Henkers stand ein weiterer Profi vor der Kamera. Die 15 weiteren Rollen wurden mit Laien besetzt, die aber wie ihre Profikollegen beeindruckend agierten.

In „Blind Date“ wird der Mord zur Dienstleistung. Peter Ludwig aber ist ein sehenswerter „Film Noir“ gelungen, der seine surrealistische Ästhetik offen zur Schau trägt. Werte und Normen werden durch das Fantastische, Bizarre außer Kraft gesetzt. Die Schock- und Überraschungseffekte sind subtil, oft beunruhigend und gelegentlich sogar verstörend. Die scharf gezeichneten Figuren scheinen völlig widersprüchlich und sind dennoch von einander abhängig: ohne Mörder keine Opfer und umgekehrt.

Wolfgang Janeczka

Sueddeutsche Zeitung / Vorankündigung:

https://www.sueddeutsche.de/muenchen/ebersberg/premiere-am-donnerstag-ein-amoralisches-angebot-1.4703608

 

ZAUBERER IN WASSERBURG

D 2015

Genre: Dokumentarfilm

Regie / Kamera / Schnitt / Musik: Peter Ludwig

Länge: 90 min.

Ein Film von Peter Ludwig 2015

Sueddeutsche Zeitung

 

ADVENTURES IN SLOW MOTION

D 2017

Genre: Docu-Experimental-Film

Kamera / Schnitt / MUSIK

Peter Ludwig

IRRELEVANT DREAMS

D 2017

Genre: Drama

Regie / Kamera / Schnitt / Musik: Peter Ludwig

Darsteller:  Leonie Benstetter, Silvia Radlmaier, Hannah Reich, Stella Sommerfeld u.a.

80 MIN

DÉSOLÉ 

D 2016

Genre: Drama

Regie / Kamera / Schnitt / Musik: Peter Ludwig

Darsteller:  Leonie Benstetter, Peter Ludwig, Krista Posch, Susan Hecker, Naomi Nicolai, Hans Peter Closs

Länge: 88 MIN

 

LOST PICTURE SHOW

D 2015

Genre: Drama

Regie / Kamera / Schnitt / Musik: Peter Ludwig

Darsteller: Leonie Benstetter u.a.

Länge: 70 min.

 

 

EINE SYRISCHE FAMILIENTRAGÖDIE 2014

Eine fünfköpfige Familie flieht von Aleppo über Jordanien / Türkei / Bulgarien nach Deutschland – Rott am Inn

http://www.ovb-online.de/rosenheim/kultur/eine-syrische-familientragoedie-4485081.html?popup=print

 

WASSERBURG – OFFENE STADT 2014

Wie diese bayerische  Kleinstadt mit ihren Asylbewerbern umgeht.

TV-Bericht im RFO: http://www.rfo.de/mediathek/38019/Offenes_Wasserburg_Ein_Film_von_Peter_Ludwig.html

 

OBRIGADO 2013 / Dokumentarfilm

Portugal und der Fado. Von der Diktatur bis heute.

 

C’est la WIE? 2013 / Dokumentarfilm

Über die Deutsch.Französische Freundschaft / zum 50. Jahrestag

 

NACHTFLUG 2012 / Drama

Fiktive Biographie über musikalische Zwillinge

 

GROSS STADT NOMADEN 2011 / Dokumentarfilm

Der Weg der Flüchtlinge von Zentral-Afrika durch die Sahara übers Mittelmeer nach Paris.

 

WASSERBURG MON AMOUR 2009 / Doku-Drama

Wasserburg aus der Sicht eines Träumers

 

 

 

 

 

 

Deine Meinung

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *